Dienstag, 10. Juli 2018

Harzer Küche: Küche der Gegensätze


Fortsetzungsgeschichte in zehn Folgen...

Die traditionelle Harzer Küche gilt gemeinhin als deftig, das Attribut “Raffinesse” fällt einem in diesem Zusammenhang als erstes sicher nicht ein. Als Bergbauregion war der Harz immer auch auf Zuwanderung angewiesen, die Einflüsse durch Bergleute zum Beispiel aus Thüringen oder Nordhessen sind deshalb in vielen Gerichten bemerkbar. Wer sich die Freude gönnt, einmal tiefer in die Eigenheiten der Harzer Kulinarik einzutauchen, wird vielleicht Überraschendes entdecken und sich inspirieren lassen, Traditionelles mit Raffiniertem zu verbinden.

(1) Harzer Küche ‒ eine Küche der Gegensätze

Die ursprüngliche Harzer Küche war geprägt durch den allgegenwärtigen und immer wiederkehrenden Gegensatz von Arm und Reich ‒ arm und reich an Geld, an fruchtbarer Landschaft, an Schätzen der Natur.

Der Harz im engeren Sinne konnte seine (zum großen Teil schwerst arbeitende) Bevölkerung kaum ernähren ‒ der Wald mit all seinen Reichtümern diente zuallererst dem Bergbau und dann den Privilegierten mit Jagd- und Fischereirecht. Bergleuten wurde im Rahmen der “Bergfreiheit” ein beschränktes Jagdrecht auf Niederwild zugesprochen. Die einfache, eher arme Bevölkerung musste sich mit dem begnügen, was karge Gärten und Wildsammlungen von Beeren, Kräutern, Wurzeln, Pilzen und Früchten hergaben. Nahrhaftes und Energiereiches spendeten Hühner, Kuh oder Ziege ‒ die sich aber nicht jeder leisten konnte, da die Tiere im Winter schließlich gefüttert werden mussten. Und das Fangen von Singvögeln war für die ärmere Bevölkerung eher Nebenerwerb als Nahrungsquelle ‒ die Tiere landeten meist auf den Tellern der Betuchten.
Walderdbeeren aus Harzer Wäldern

Im Harz selbst war es kaum möglich, sich aus eigenem Anbau selbst zu versorgen ‒ die kargen Böden reichten höchstens für den Anbau von Kohl und Wurzelgemüsen. Kartoffeln, vielfältiges Gemüse oder Getreide kamen daher meist aus dem fruchtbaren Umland, mussten in den Harzregionen also erkauft werden. Das einzige, was scheinbar immer und für jeden vorhanden bzw. erschwinglich war, war Rindertalg (welches bis ins 18. Jahrhundert hinein auch als Brennstoff für die Beleuchtung und Grubenlampen verwendet wurde). Auch an Schweineschmalz herrschte offensichtlich kein Mangel. In den meisten Original-Rezepten kommen deshalb auch genau diese beiden Fette reichlich zum Einsatz.

Nun sind Schmalz und Talg heutzutage nicht die beliebtesten Fette in der Küche und die Zeiten, in denen die Bevölkerung Schwerstarbeit unter Tage oder im Wald verrichten musste, sind vorbei. Kein Wunder also, dass die traditionelle Harzer Küche in modernen Zeiten eher verschmäht wird und die in Schmalz gebackenen Prilleken dann durch moderne “Donuts” ersetzt werden ‒ ob diese in kulinarischer Hinsicht einen qualitativen Fortschritt bringen, sei dahingestellt. Dennoch lohnt ein Blick in die alten Kochbücher bzw. in die neuen Bücher mit alten Rezepten! Denn zum einen lernen wir daraus viel über unsere Traditionen, zum anderen helfen sie uns, den Blick für regionale und saisonale Schätze zu schärfen.

***

In wöchentlichem Abstand (immer dienstags) folgen:
  • Die traurige Geschichte vom Harzer Käse
  • Kartoffeltorte mit sechzehn Eiern
  • Zuckerkuchen und Eierkranz
  • Die Harzer lieben Klümpe und Kartoffeln
  • Der Harz: Nichts für Suppenkasper
  • Der tierische Reichtum des Waldes - ehemals nur für Reiche
  • Der Harz: Ein Paradies für Freunde der deftigen Wurstspezialitäten
  • Eine Erfindung der Neuzeit: Das Blaubeerschmandschnitzel
  • Literaturtipps und passende Buchempfehlungen zum Thema

Freitag, 25. Mai 2018

Auf ein Wort zum Datenschutz

Liebe Leserinnen und Leser, liebe Abonnenten,

die neue DSGVO (Datenschutz-Grundverordnung), gültig ab 25. Mai 2018 (also heute), ist mittlerweile in aller Munde. So manche/r Webseiten-Betreiber/in hat sich die Haare gerauft angesichts der vielen Neuerungen, die nicht nur zu bedenken sondern pflichtgemäß umzusetzen sind. Aber was sein muss, muss sein - und letztlich profitieren wir alle davon.

Die neuen Hinweise zum Datenschutz für diesen Blog finden sich unter "Impressum/Datenschutz".

Weil diesen Blog aber viele interessierte Leserinnen und Leser abonniert haben (Danke! 😊), haben wir speziell zu diesem Thema hier ein paar nützliche Hinweise zusammengestellt.

Freitag, 11. Mai 2018

Kulinarisches Kino: "Soulkitchen"

Und weiter geht's mit dem "Kulinarischen Kino" in Wernigerode! Dieses mal freuen wir uns auf 

« Soul Kitchen »


Diese Filmkomödie von Fatih Akin aus dem Jahr 2009 wurde mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Norddeutschen Filmpreis 2010 in der Kategorie „bester Kinofilm“. 

Eine Frikadellenbude wird zum Spitzenrestaurant, doch dann droht Gefahr durch einen Immobilienhai… 

Wir zeigen den Film am
Mittwoch, 23. Mai 2018
um
19:00 Uhr(Einlass ab 18:30 Uh)
in der
Kemenate
Kunst- und Kulturverein Wernigerode, Marktstraße 1

Anschließend treffen wir uns in der Biothek, Marktstraße 13, um den Abend kulinarisch mit einem deutsch-französischen Imbiss ausklingen zu lassen...

Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, wir empfehlen daher eine baldige Anmeldung telefonisch unter 01525 399 89 07 oder per eMail unter harz@slowfood.de. Einen Kostenbeitrag erheben wir für den kulinarischen Teil in der "Biothek" in Höhe von 8,50 Euro. 

Wernigerode

Freitag, 12. Januar 2018

"Frantz" - Kino und Kulinarik

Wir freuen uns, dass wir auch in diesem Jahr unsere Reihe "Kulinarisches Kino" fortsetzen können.

"Frantz"

Mittwoch, 31. Januar 2018, 18:30 Uhr 
"Kemenate", Marktstraße 1, Wernigerode 

Wir zeigen Ihnen den Film "Frantz" von François Ozon, der 2015/16 auch in Wernigerode gedreht wurde und teilweise in Quedlinburg spielt. 

Der kulinarische Teil findet wie gewohnt in der "Biothek", Marktstraße 13, statt. Freuen Sie sich - in Anlehnung an die Schauplätze des Films - auf französisch-deutsche Küche. Hier finden Sie eine Besprechung des Films mit Trailer im "The Guardian" (die Rezension in englischer, die Filmausschnitte auch in deutscher Sprache).

Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, wir empfehlen daher eine baldige Anmeldung telefonisch unter 01525 399 89 07 oder per eMail unter harz(at)slowfood.de. Einen Kostenbeitrag erheben wir nur für den kulinarischen Teil in der "Biothek" - in Höhe von 10,00 € inklusive alkoholfreie Getränke.

Wir freuen uns auf Sie.

Donnerstag, 9. November 2017

Slow Food an der Piste und Wildschwein in der Currywurst

Rodelhaus Braunlage im Schnee

Vorbemerkung: Diesen Artikel hatte die Autorin (Antje Radcke) für das Internet-Magazin "Meine-Region.de" geschrieben. Nach dem Wechsel des Betreibers der Seite konnte jedoch kein Einvernehmen über die Neugestaltung des Autorenvertrags erzielt werden. In der Folge davon wurden die Artikel dort gelöscht. Damit sie nicht verloren gehen, veröffentlichen wir den Artikel über zwei SlowFood-Restaurants an dieser Stelle.

Der Artikel wurde bereits im Januar 2016 verfasst, da er aber jetzt jahreszeitlich fast passend (nur der Schnee fehlt) und auch sonst noch aktuell ist, präsentieren wir Ihnen die Reportage gern heute - im November 2017. Es gibt jedoch ein wichtiges aktuelles Ereignis, dass wir an dieser Stelle unbedingt nachtragen möchten:

Das Rodelhaus Braunlage wurde kürzlich mit dem Siegel "Typisch Harz" ausgezeichnet. Herzlichen Glückwunsch, liebe Judith Bothe!


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Slow Food an der Piste und Wildschwein in der Currywurst


Essengehen im Harz abseits von Riesenschnitzeln und Mega-Windbeuteln: Regional und saisonal genießen in ausgezeichneten Slow Food Restaurants

Autorin: Antje Radcke

Beim Essen bin ich wählerisch. Sehr sogar. Jedenfalls dann, wenn es um Geschmack, Qualität und Herkunft der Zutaten geht. Und seit ich ‒ nach mehr als 30 Jahren Großstadtleben ‒ freiwillig zurück in den Harz gekommen bin, empfinde ich sowas wie “Harzverbundenheit”. Und deshalb stehe ich auf Slow Food.

Slow Food. Dahinter steckt die Idee, das Essen bewusst zu genießen ‒ mit möglichst saisonalen regionalen Zutaten, die unter sauberen und fairen Bedingungen produziert werden. Fleisch aus Massentierhaltung oder Erdbeeren im Winter haben da keine Chance.

Und wer hätte gedacht, dass es in der Harzer Restaurant-Landschaft bereits vier Häuser gibt, deren Küchenphilosophie auf Slow Food beruht und die deshalb im Genussführer ausgezeichnet sind? Ich jedenfalls nicht. Ich hab’s aber schnell rausgefunden und bin sicher, dass es bald noch mehr sein werden. Die Genuss-Tester sind schon ausgeschwärmt.* Und auch ich bin mal wieder ausgeschwärmt. Nicht zum Testen, sondern zum Genießen.

* Heute sind es tatsächlich deutlich mehr! Lesen Sie dazu hier unseren Bericht >>

Lust auf Genuss


Mein erstes Ziel ist das Rodelhaus Braunlage auf dem Wurmberg ‒ erreichbar nur per Seilbahn oder zu Fuß. Ich wähle meine Füße als Verkehrsmittel. Etwas anderes wäre an diesem Tag aber sowieso nicht möglich gewesen, denn die Seilbahn fährt wegen des starken Winds gar nicht. Der Aufstieg beginnt gleich hinter der Seilbahn-Talstation und führt nach 1,6 Kilometern und einer knappen halben Stunde entlang der Rodelpiste, vorbei an der Ruine der Wurmbergschanze, zum Ziel. Herrlich, wenn das Rodelhaus dann plötzlich zwischen den verschneiten Bäumen auftaucht.

Das Rodelhaus ist auf den ersten Blick ein “ganz normales” Ausflugslokal. Der zweite Blick offenbart sich, wenn man in die Speisekarte schaut: “Lust auf Genuss” steht da unübersehbar als Motto über der Karte. Es ist nicht als Frage gemeint. Hier wird die Lust am Genießen vorausgesetzt und - nach dem kleinen Zusatz “inmitten der Natur” - mit einem Ausrufezeichen versehen. Wer nun seinen Blick auf die Speisen lenkt, findet Vertrautes und zugleich Ungewöhnliches. 


Sattelschwein, Höhenvieh und Demeter-Käse


Vertraut klingen die Gerichte wie Currywurst, Strammer Max, Schnitzel Wiener Art, Kartoffelpuffer, Hamburger, Sülze, Fleischkäse oder Bratkartoffeln. Ungewöhnlich sind die Zutaten: In der Sülze befindet sich Fleisch vom “Sattelschwein”, im Hamburger (“Großer Wurmberger”) steckt das “Harzer Rote Höhenvieh” und im Fleischkäse Wildschwein. Im veganen Eintopf oder auf dem ebensolchen Brotfladen gibt sich Gemüse von zwei Bioland-Betrieben die Ehre, die Käseplatte ist bestückt mit Käse in Demeter-Qualität.

Und überall finden wir Hinweise darauf, woher die wichtigsten Zutaten kommen: von namentlich genannten Betrieben aus der Region! Die Rodelhaus-Wirtin Judith Bothe aber hat noch mehr vor. Geplant ist in Kürze eine extra Broschüre auf den Tischen, in denen die Erzeuger-Betriebe aus der Region mit Fotos und Text vorgestellt werden*. Die Gäste können dann also noch genauer erfahren, was da gerade auf ihrem Teller liegt und woher es kommt. Mehr Transparenz geht nicht. 

* Diese "Genussfibel" gibt es mittlerweile längst.

Gut Essen mit gutem Gewissen


Mag sein, dass einige Gäste (die ja meist ein “ganz normales” Ausflugslokal erwarten) anfangs etwas irritiert sind und schnell auf die Preise schauen, ob das besondere Essen in diesem Hause auch in ihr geplantes Budget passt. Der Blick beruhigt. Passt.

Mag auch sein, dass es einigen Gästen völlig egal ist, was da serviert wird. Hauptsache, Pommes und Currywurst. Nun gut, auch diese Spezies kommt hier ja auf ihre Kosten. Vielleicht aber kommen einige von den Einigen ein bisschen ins Nachdenken ‒ und freuen sich dann, dass das leckere Essen auch noch ein gutes Gewissen macht.

Ich gönne mir an jenem Nachmittag eine frisch gebackene Waffel ‒ der Teig mit Eiern, die garantiert nicht aus der Legebatterie sondern von “glücklichen Hühnern” stammen. Köstlich. Macht noch mehr Lust auf Genuss.

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Genießen mitten im Weltkulturerbe


Mein zweiter Ausflug führt mich bei tiefstem Winterwetter über Clausthal-Zellerfeld in die großartige Landschaft des Weltkulturerbes “Oberharzer Wasserregal”, ins Polsterberger Hubhaus. Was einst eine wichtige Funktion innerhalb der Wasserwirtschaft hatte, ist heute eine heimelige Waldgaststätte inmitten eines herrlichen Wandergebiets ‒ mit Teichen, Wiesen, Wald und vielen Wanderwegen drumrum.

Das Polsterberger Hubhaus ist über einen ca. 800 m langen Waldweg auch mit dem PKW direkt zu erreichen. Ich sitze als Beifahrerin im Auto eines mit Harzer Winterwetter eher unvertrauten Großstadtmenschen und mache zaghaft den Vorschlag, das Auto lieber oben am Parkplatz an der B 242 stehen zu lassen und den kurzen Weg zur Gaststätte zu Fuß zurückzulegen. Nix da, wir fahren, der Weg ist doch so schön geräumt. Nun gut.

Der Parkplatz am Hubhaus ist leer. Ist ja auch noch früh und wir sind tatsächlich die ersten Gäste. Der imposante Bollerofen wird gerade angeheizt und ich habe Gelegenheit, den Gastraum und die wunderbare Landschaft da draußen ungestört zu fotografieren. 


Kleine feine Speisekarte


Die Speisekarte im Polsterberger Hubhaus ist angenehm überschaubar ‒ keine seitenlange Auswahl sondern übersichtlich auf den Punkt gebracht, was es hier zu speisen gibt. Was im Übrigen typisch für die SlowFood-Küche ist. Denn wer es ernst meint damit, saisonale, regionale und frisch zubereitete Genüsse auf den Tisch zu bringen, kann logischerweise nicht fünfundfünfzig verschiedene Gerichte anbieten. Kleine Speisenauswahl mit großer Bedeutung also ‒ die noch betont wird durch die Mehrfachnennung der Begriffe “Bioland” oder “hausgemacht”.

Auch hier finden sich das Harzer Rote Höhenvieh und Wildschwein aus Harzer Wäldern auf der Karte. Als ich im Frühjahr einmal einen Teil meiner Familie in das Polsterberger Hubhaus führte, machte sich - bei den Nicht-Vegetariern - Begeisterung breit angesichts der gebratenen Leber vom Höhenvieh mit Thymianäpfeln und hausgemachtem Kartoffelbrei sowie bei der Currywurst vom Wildschwein (die es übrigens auch im Rodelhaus gibt). Aber selbstverständlich kommen auch Vegetarier im Hubhaus auf ihre Kosten. So wie wir heute. Da es ja gerade erst halb zwölf ist, entscheiden wir uns für ein Kürbis-Ingwer-Süppchen. Köstlich wärmend!

Mittlerweile füllt sich das Lokal. Familien mit Kindern, Paare und Grüppchen - alle in Wanderklamotten - lassen sich das frühe Mittagessen schmecken. Angesichts von soviel Wanderlust (der ich normalerweise auch liebend gern nachgehe) ist es mir ein bisschen peinlich, mit dem Auto bis vor die Tür gefahren zu sein. Wenigstens sehe ich rein kleidungsmäßig so aus, als sei auch ich zum Wandern hier. Wir beschließen aber recht schnell, zu bezahlen und unsere Plätze für die echten Wanderer frei zu machen.


Rückfahrt mit Hindernis


Allerdings: So problemlos, wie wir den Waldweg zum Hubhaus hinuntergekommen waren, kommen wir nicht wieder hoch. Denn unter der harmlos scheinenden Schneedecke lauert das Eis ‒ und das Auto des großstadt-erfahrenen Autofahrers verweigert den Gehorsam. Meine Erfahrung mit dem Harzer Winterwetter beschränkt sich, verkehrstechnisch betrachtet, auf Zu-Fuß-gehen und Mit-öffentlichen-Verkehrsmitteln-fahren und kann deshalb hier nicht zur Lösung des Problems beitragen. Auch das Anschieben mit Unterstützung eines hilfsbereiten Pärchens bringt uns nicht weiter. Ich flitze also wieder hinein und beichte das Missgeschick. Die Wirtin Beate Engel fackelt nicht lange, verweist den Fahrer auf den Rücksitz, übernimmt das Steuer und versucht, den Wagen mit Anlauf und interessanten Manövern zum Hochfahren zu bewegen. Als auch das nichts nützt, wendet sie beherzt und ‒ fährt rückwärts hinauf und davon. Ich schaue verdutzt hinterher und sprinte ihnen nach. Unter tausend Dankeschöns und zerknirschtem Gelächter verabschieden wir uns am oberen Parkplatz. Nächstes Mal gehen wir die läppischen 10 Minuten zu Fuß. Denn dass wir wiederkommen, steht fest!


Dienstag, 10. Oktober 2017

Runx-Munx und Quatschgenkuchen


Ein Ausflug in die traditionelle Harzer Küche


Sonntag, 05. November 2017
13.00 Uhr
Heimbergstr. 1, 38685 Langelsheim OT Wolfshagen

Die traditionelle Harzer Küche ist beinahe in Vergessenheit geraten. Dabei bietet uns ein Ausflug in die kulinarische Vergangenheit des Harzes viele schöne Wörter und interessante Gerichte.

Wir bewirten Sie mit Speisen, die fast ganz in Vergessenheit geraten sind ‒ sicher auch, weil wir bestimmte Zutaten wie z.B. Nierenfett nicht mehr mögen. Aber “traditionell” heißt ja nicht, dass man alles so lassen muss wie früher. “Traditionell” heißt für uns, an das Vergangene anzuknüpfen und an heutige Essgewohnheiten anzupassen.

Wir bieten Ihnen mit einem Harzer Mittagsbüfett einen kulinarischen Einblick in Harzer Geschichte ‒ mit typischen Zutaten der traditionellen Harzer Küche, die auch heute noch in unserer Region wachsen oder wieder angebaut, gezüchtet, erzeugt werden. Wir freuen uns auf Sie!

Für das Mittagsbüfett zahlen Sie 15 Euro pro Person (Getränke extra). Wir bitten um Anmeldung bis zum 03.11.2017 unter Telefon 05326 - 4062 oder info@berghotel-wolfshagen.de

Zu diesem Mittagsbüfett gehört auch eine vorgelagerte Veranstaltung, die wir in Kooperation mit der Kreisvolkshochschule Goslar anbieten. Hier informieren und unterhalten wir die Teilnehmenden über Sitten und Gebräuche, über Hageltuten und Keileken, über kulinarische Eigenheiten der Harzer "Arme-Leute-Küche". Diese Veranstaltung ist aber bereits ausgebucht. Um so mehr freuen wir uns, dass wir zum Mittagsbüfett noch viele weitere Gäste begrüßen können. Und vielleicht bieten wir das Ganze dann im nächsten Jahr noch einmal an. Gute Erfahrungen damit haben wir ja schon im vergangenen April machen dürfen.


Mittwoch, 13. September 2017

Kulinarisches Kino

Weiter geht's mit unserem "Kulinarischen Kino" in Wernigerode.

Der Film unserer Wahl diesmal ist:

Das Wunder von Mals 

Überall auf der Welt sind sie auf dem Vormarsch: Pestizide. Auch das größte Obstanbaugebiet Europas, die italienische Provinz Südtirol, ist da keine Ausnahme. Doch ein Dorf im Vinschgau leistet Widerstand - Mals will als erste Gemeinde überhaupt Pestizide in der Landwirtschaft verbieten. Der österreichische Filmemacher Alexander Schiebel begleitet die widerständige Gemeinde in diesem Kampf seit über drei Jahren. Sein Buch zum Film ist bereits im Oekom-Verlag erschienen; die Endfassung des Films soll im Laufe des Novembers 2017 in die Kinos kommen.

In Wernigerode bieten wir unseren Gästen aber schon jetzt ein abendfüllendes „Preview“:

Mittwoch, 20. September 2017 
ab 19:00 Uhr
Einlass ab 18:30 Uhr
in der „Kemenate“ des Kunst- und Kulturvereins 
Wernigerode, Marktstraße 1 

Anschließend treffen wir uns in der Biothek (Marktstraße 13), um uns mit den Experten Jürgen Hartmann (Verbund Ökohöfe e.V. sowie Demeter Sachsen-Anhalt, Wanzleben) und Christoph Germeier (Agrarwissenschaftler und Mitglied der Landesfachgruppe Landwirtschaft von B90/Die Grünen, Quedlinburg) über Pflanzenschutz in der Landwirtschaft auszutauschen.

Der Platz in der „Kemenate" ist beschränkt. Wir empfehlen daher dringend, Sitzplätze bei Peter Osten (Tel. 01525 3998907, harz@slowfood.de) vorzubestellen. Für die Verkostung in der Biothek erbitten wir eine Kostenbeteiligung von 10,- €.

Freitag, 11. August 2017

Bienentag im Rodelhaus


Summ, summ, summ! Bienchen summ herum!
Ei, wir tun dir nichts zuleide,
flieg nur aus in Wald und Heide!
Summ, summ, summ! Bienchen summ herum!

Wer erinnert sich nicht an dieses fröhliche Liedchen aus Kindertagen - oder singt es gar wieder mit den eigenen Kindern/Enkelkindern? Ein hübsches Lied aus unbeschwerten Bienentagen. Doch so ganz selbstverständlich ist das unbeschwerte Leben der Bienchen unter uns heute ja leider nicht mehr.

Umso mehr freuen wir uns, dass wir am kommenden Sonntag Gelegenheit haben werden, diese fleißigen Gesellen einmal näher kennenzulernen - nach dem Motto "Die Menschen schützen, was sie kennen":

Sonntag, 13. August 2017

12.00 und 14.00 Uhr

Rodelhaus Braunlage, Mittelstation

Die Bienen von Imker Enrico Kretschmar waren fleißig… in völlig unbelasteter Natur, mitten im Wald. Durch Herrn Kretschmar gewinnen Sie seltene Einblicke in das Leben der Bienen - und Sie können live beim Schauschleudern jeweils um 12.00 Uhr und um 14.00 Uhr dabei sein. Mit etwas Glück können Sie den frischesten Waldhonig gleich mit nach Hause nehmen….

Wir freuen uns auf Sie!

Donnerstag, 22. Juni 2017

Veranstaltungskalender

Hier finden Sie künftig Termine und Veranstaltungen rund um Slow Food Harz. Für Termindetails klicken Sie einfach auf den gewünschten Termin.

Freitag, 28. April 2017

Runx-Munx und Quatschgenkuchen

Ein kurzweiliger Ausflug in die traditionelle Harzer Küche



Wer kennt Hageltuten, Keileken oder Puttäppel? Schonmal Worschtsupp oder Harzer Knüste probiert? Wie schade, dass die traditionelle Harzer Küche ‒ ebenso wie die wunderbaren plattdeutschen Wörter ‒ beinahe in Vergessenheit geraten sind. 

Wir von Slow Food Harz und der Kreisvolkshochschule Goslar haben uns deshalb zusammen mit 20 sehr interessierten Teilnehmer(inne)n auf einen Ausflug in die kulinarische und sprachliche Vergangenheit des Harzes begeben - bzw. ins Polsterberger Hubhaus.

In der heutigen Zeit, in der wir uns mehr und mehr auf die Schätze unserer Region besinnen und wieder lernen, natürliche Lebensmittel im Laufe der Jahreszeiten zu genießen und wir auch das Selbermachen, -kochen und Einwecken neu entdecken, fanden wir den richtigen Zeitpunkt für “Runx-Munx und Quatschgenkuchen” gekommen. Viele andere fanden das auch, denn über die vorgesehene Höchst-Teilnehmerzahl hinaus mussten noch zahlreiche Harzfreunde und -freundinnen auf der Warteliste ausharren. Und da harren Sie noch heute, denn wir waren tatsächlich restlos ausgebucht. (Wir hoffen, wir sehen uns bei späterer Gelegenheit!)

Antje Radcke von Slow Food Harz erzählte unterhaltsame Geschichten rund um die kulinarischen Sitten und Gebräuche längst vergangener Zeiten, berichtete von Rezepten, die heute in Vergessenheit geraten sind und die zum Teil auch deshalb nicht mehr nachgekocht werden, weil wir bestimmte Geschmacksnoten “verlernt” haben ‒ oder wie steht es mit Ihrer Lust auf Vogelbeermarmelade? Und sie stellte typische Zutaten der traditionellen Harzer Küche vor, die auch heute noch - inzwischen weitgehend unbeachtet - in unserer Region wachsen oder wieder angebaut, gezüchtet, erzeugt werden.

Beate Engel, die Wirtin des Polsterberger Hubhauses und ebenfalls bei Slow Food Harz aktiv, hatte für uns zum krönenden Abschluss der Veranstaltung eine Auswahl kulinarischer Spezialitäten der traditionellen Harzer Küche zum Kosten, Schmecken und Genießen zubereitet. So manche/r Teilnehmer/in hat hier tatsächlich neue Geschmackserlebnisse erfahren, z.B. in Form der süßfruchtigen Brotsuppe (ohne Stücke!), der Frühlingskräutersuppe (mit Köstlichkeiten direkt aus der Natur), dem Ziwwelklump, dem Würzfleisch oder der süßen Kartoffeltorte. Ein Hoch auf die Köchin!

Es war ein sehr anregender Abend, zu dessen Gelingen selbstverständlich auch die engagierten Teilnehmer/innen durch ihr Wissen und ihre Erfahrung beigetragen haben. Herzlichen Dank dafür!