Mittwoch, 15. August 2018

Harzer Kartoffelsalat mit Bierdressing


Bevor es mit unserer Serie "Traditionelle Harzer Küche" weitergeht, gibt es heute zwischendurch mal ein Rezept mit der guten alten Kartoffel, die jetzt wieder frisch vom Kartoffelacker zu haben ist. Passend zur warmen heißen Jahreszeit haben wir ein Salatrezept ausgewählt.

Typische Zutaten im ursprünglichen Harzer Kartoffelsalat sind Bauchspeck sowie Essig und Öl für das Dressing - neben den Kartoffeln natürlich. Wir bieten mit diesem Rezept eine vegetarische Variante, die genauso deftig und dabei geschmacklich hervorragend ist. Der Pfiff: Harzer Käse, Bier und eine kräftige Prise geräucherter Paprika. Und so geht's:

Harzer Kartoffelsalat mit Bierdressing


für 2 Portionen zum Abendessen oder als Beilage
  • 1 kleine Zwiebel in feine Würfel schneiden und in eine kleine Schüssel geben.
  • 1 EL getrocknete Paprikaflocken und 1/2 TL Salz darüberstreuen und alles mit kochendem Wasser übergießen (die Zutaten sollten gerade eben bedeckt sein), ziehen lassen. Wer keine Paprikaflocken zur Hand hat, kann diese auch durch getrocknete Tomatenstückchen ersetzen - oder schneidet eine frische reife Tomate in feine Würfel, gibt diese aber erst zum Schluss in den Salat.
  • 2 große gekochte Pellkartoffeln (von festkochenden Kartoffeln, möglichst bereits am Vortag gekocht) pellen und in ca. 1 - 1,5 cm große Würfel schneiden.
  • 3 kleine Taler reifen Harzer Käse ebenfalls in Würfel schneiden und auf die Kartoffeln geben.
  • Je nach Geschmack 2-4 EL hochwertiges kaltgepresstes Öl sowie 2-3 EL guten Essig darüber geben.
  • 1 gut gehäuften TL milden Senf sowie 1 TL Honig unter die Zwiebel-Paprika-Mischung rühren und alles zur Kartoffelmischung geben. 
  • 1/2 gestr. TL geräuchertes Paprika- oder Chilipulver darüberstreuen. 
  • Den Salat nun vorsichtig aber sehr gründlich mischen und kräftig abschmecken (evtl. Salz und/oder Essig zufügen), mindestens 1 Stunde bis zum Verzehr bei Zimmertemperatur ziehen lassen (die Kartoffeln nehmen in dieser Zeit reichlich Dressing auf).
  • 1/2 Bund Schnittlauch in feine Röllchen schneiden und über den Salat streuen, alles einmal vorsichtig durchmischen und soviel Bier unterziehen, dass der Salat angenehm saftig wird (Biersorte nach Geschmack, es sollte jedoch nicht allzu herb sein - auch alkoholfreies Bier ist selbstverständlich geeignet). Frisch gemahlenen Pfeffer dazugeben und nochmals abschmecken.
Dieser Salat lässt sich zum größten Teil mit Zutaten aus der Region zubereiten - nur Paprika und (ausgerechnet) Harzer Käse machen da eine Ausnahme.

Slow Food Harz wünscht guten Appetit!

Rezeptidee: Antje Radcke


Dienstag, 7. August 2018

Die Harzer lieben Klümpe und Kartoffeln

Auffällig an der Harzer Küche ist die Liebe zum Kloß, auch Klump genannt. Ob aus Buchweizen, Kartoffeln, Mehl oder Brot(resten), ob süß oder pikant, ob als Einlage in der Suppe oder als Hauptgericht: Klümpe gab es in vielen Variationen ‒ sicher nicht zuletzt, weil sie recht nahrhaft und auch als Resteverwertung gut geeignet waren.


Kartoffeln sind aus dem Harz, wie bereits erwähnt, ebenfalls nicht wegzudenken. Das bekannteste Gericht aus alten Tagen ist heute wohl “Harzer Knieste” oder ‒ in Begleitung von rohem Mett ‒ “Hackus und Knieste”. Für die Knieste (mancherorts auch Knüste genannt) werden ungeschälte Kartoffeln längs halbiert und im Backofen gebacken. Wichtig: Die Schnittflächen kommen nach oben und werden mit Fett veredelt ‒ früher kamen Speck, fettes Mett oder Schmalz zum Einsatz, heutzutage wird meist Pflanzenöl bevorzugt. Gewürzt werden die Kartoffeln mit Salz, Pfeffer und Kümmel.

Es folgen:
  • Der Harz: Nichts für Suppenkasper
  • Der tierische Reichtum des Waldes - ehemals nur für Reiche
  • Der Harz: Ein Paradies für Freunde der deftigen Wurstspezialitäten
  • Eine Erfindung der Neuzeit: Das Blaubeerschmandschnitzel
  • Literaturtipps und passende Buchempfehlungen zum Thema
Bereits erschienen: