Dienstag, 24. Juli 2018

Kartoffeltorte mit sechzehn Eiern


Die traditionellen Harzer Gerichte zeugen von den in Kapitel 1 beschriebenen Gegensätzen von Arm und Reich. Gab es (fast) nichts, waren die Gerichte eher karg und zwangsläufig flexibel in den verwendeten Zutaten ‒ gab es reichlich, verschwanden auch schonmal sechzehn Eier in einem einzigen Kuchenteig. Überhaupt, der Kuchen: Offensichtlich waren Kartoffeln erschwinglicher und/oder leichter verfügbar als Getreide, denn viele Kuchenrezepte weisen Kartoffeln als Hauptzutat aus. Und wer einmal das Vergnügen hat, eine Kartoffeltorte (mit viel Eiern im Teig) zu probieren, wird kulinarisch sicher angenehm überrascht. Eier scheinen demnach auch nicht unbedingt Mangelware gewesen zu sein ‒ jedenfalls nicht in der Legephase der Hühner (wer weiß heute noch, dass Hühner im Winter natürlicherweise keine Eier legen?). Auch das leicht anzubauende und genügsame Knöterichgewächs Buchweizen kam an Stelle von echtem Getreide in der Harzer Küche zum Einsatz. Mit etwas Glück kann man in dem einen oder anderen Café im Harz auch heute noch ein Stück Buchweizentorte genießen.

Es folgen:
  • Zuckerkuchen und Eierkranz
  • Die Harzer lieben Klümpe und Kartoffeln
  • Der Harz: Nichts für Suppenkasper
  • Der tierische Reichtum des Waldes - ehemals nur für Reiche
  • Der Harz: Ein Paradies für Freunde der deftigen Wurstspezialitäten
  • Eine Erfindung der Neuzeit: Das Blaubeerschmandschnitzel
  • Literaturtipps und passende Buchempfehlungen zum Thema
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